„Es geht nicht um ein Mehr an neuer Diagnostik oder Untersuchungen, sondern oft um ein Mehr an Wissen und ein Mehr an Vernetzung“
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Neurodiversität in der frühen Kindheit
Neuroaffirmative Pädagogik in der frühen Kindheit 
Grenzen eines Konzepts im Lichte evidenzbasierter Diagnostik und Behandlung


| Von Frank W. Paulus und Eva Möhler

Neurodiversität bezeichnet die natürliche Vielfalt in Wahrnehmung, Informationsverarbeitung, Aufmerksamkeit, Emotion, Motorik und Sozialverhalten innerhalb der menschlichen Population. Dysfunktionalitäten, Defizite und Störungen werden nicht als solche, sondern allein als Varianten menschlicher Entwicklung verstanden. Diese Unterschiede sind graduell und dimensional, nicht kategorial, daher gibt es keine klare Trennlinie zwischen „normal“ versus „defizitär“ oder „gestört“.
Das Konzept der Neurodiversität setzt eher auf Dauerhaftigkeit, Akzeptanz und Normalisierung einer Andersartigkeit, was im klinischen Kontext überforderter, hochbelasteter und verzweifelter Eltern in den Säuglings- und Kleinkindambulanzen in der Regel nicht ausreichen würde, denn um häusliche Eskalationen wie zum Beispiel Kindesmisshandlung und Schütteltraumasyndrom zu verhindern – die bei sogenannten ‚Schreibabys‘, ebenso wie überhaupt in der frühen Kindheit, häufiger auftreten, muss oft rasch umfassende klinische Hilfe angeboten werden. Diese kann es ohne eine Diagnose und den differentialdiagnostischen Ausschluss somatischer Diagnosen (z. B. GÖR, Otitis, Fraktur) – und damit einen Störungsbezug – derzeit nicht geben. Was nicht heißt, dass das Konzept nicht – insbesondere mit seiner Ressourcenorientierung – mitgedacht werden kann, aber es ist alleinig in der klinischen Versorgungsrealität bei weitem nicht ausreichend und unter Umständen sogar riskant, wie im Verlaufe des Artikels klarwerden wird.
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Neuroaffirmative Pädagogik in der frühen Kindheit
Neuroaffirmative Pädagogik in der frühen Kindheit 

| Von  Andrea Tures

Neurodiversität taucht als Begriff mittlerweile in vielfältigen Kontexten auf. Doch welche Konsequenzen hat Neurodiversität für die pädagogische Arbeit in kindheitspädagogischen Institutionen? Welche Anforderungen an pädagogische Fachkräfte sind damit für die Gestaltung des pädagogischen Alltags in Krippen, Kindertageseinrichtungen und Schulen verbunden? Der vorliegende Beitrag greift diese Fragen auf und erklärt, wie die unterschiedlichen neurobiologischen Ausgangslagen aller Kinder und ihrer Familien systematisch berücksichtigt und gleichzeitig Konzepte bereitgestellt werden können, die neurodivergente Kinder in ihrer Entwicklung fördern.
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Was ist Neurodiversität? Eine interdisziplinäre Perspektive für die frühe Bildung
Was ist Neurodiversität? 
Eine interdisziplinäre Perspektive für die frühe Bildung


| Von Georg Repnikov und Andrea Tures

Neurodiversität ist ein Begriff, der für die Diskussion um frühkindliche Bildung, Erziehung und Betreuung große Relevanz hat. Doch was steckt hinter diesem Konzept und welche Bedeutung hat es für die Phase der frühen Kindheit? Wir nehmen in diesem Beitrag eine Einordung vor und knüpfen dabei an das Ziel der Deutschen Liga für das Kind (o.J.) an, „das Wohlergehen von Kindern zu fördern und ihre Rechte und Entwicklungschancen in allen Lebensbereichen zu verbessern”. Denn nur, wenn wir versuchen, die große Bandbreite an neurobiologischen Veranlagungen im Zusammenspiel mit den Lebens- und Lernumfeldern neurodivergenter Kinder und ihrer Familien zu verstehen, können wir dieses Ziel umsetzen.
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