Vier Thesen aus Trägerperspektive – mit Impulsen für Fachpolitik und Forschung
| Von Stefan Spieker und Nele Hage
Der Fachkräftemangel in der frühen Bildung wird meist vor allem als quantitatives Problem diskutiert: Zu wenig Personal gefährdet Qualität, Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe. Doch diese Perspektive greift zu kurz. Ein guter Fachkraft-Kind-Schlüssel ist eine wichtige Voraussetzung für pädagogische Qualität, aber kein Qualitätsversprechen. Entscheidend sind die reale Verfügbarkeit und Stabilität des Personals im Alltag. Krankheitsbedingte Ausfälle und unbesetzte Stellen zwingen Einrichtungen immer wieder in den Notfallbetrieb, reduzieren Planung und Reflexion und schwächen die Kontinuität von Beziehungen und Interaktionen. Der Stabilitätsfaktor sollte deshalb systematisch mit Qualitätsfragen verknüpft und in Steuerungslogiken stärker berücksichtigt werden. Der Beitrag formuliert vier Thesen zur Fachkräftedebatte und plädiert dafür, Qualität, Personal und Steuerung differenzierter zu betrachten - auch im Dialog von Wissenschaft und Praxis.
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